Umgang mit destruktiver Kritik

Sonja BurgemeisterAllgemeine Themen, Uncategorized2 Comments

“Reitest du dein Pferd gar nicht mehr?”

“Du kannst deinem Pferd nicht alles durchgehen lassen”

“Reitest du dein Pferd immer noch nicht?”

“Du musst dich bei deinem Pferd durchsetzen.”

“Dein Pferd tanzt dir doch nur auf der Nase herum!”

“Wann gehst du wieder normal mit deinem Pferd um?”

“Du bist viel zu sanft”

“Das was du da machst, ist doch nur Spielerei.”

“Fang endlich mal an, dein Pferd zu erziehen.”

Viele HeartHorseJourney Schüler sind in ihrem Stall die Einzigen, die diesen Weg gewählt haben. Der Umgang mit ihren Pferden ist anders als der, den die meisten anderen Pferdebesitzer praktizieren. Und was anders ist, fällt auf und wird schnell kritisiert.

Die 3 Stufen der Wahrheit

Immer wenn etwas anders und neu ist, gibt es Menschen, die das belächeln oder dagegen sind. Oder beides nacheinander. Der verstorbene deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer hat dazu ein sehr passendes Zitat formuliert:

“Die Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen.”

Besonders gerne verwende ich hier das Beispiel für die Erde. Man dachte, dass die Erde eine Scheibe sei. Dann kam einer daher, der behauptete, die Scheibe wäre rund. Er wurde belächelt – angefeindet. Bis eines Tages bestätigt wurde, dass die Erde rund ist.

Und genau so ist es bei meinen HeartHorseJourney Schülern: Sie gehen anders mit ihren Pferden um und werden anfangs vielleicht noch belächelt. Die Menschen um sie herum denken, dass das eine Phase ist und schon wieder vorbei gehen wird. Nehmen es nicht ernst. Wenn sie aber sehen, dass dieser andere Weg weiter verfolgt wird, fangen sie an sich zu ärgern. Vielleicht steckt die Angst da hinter, dass alles das was sie bisher kennen, in Frage gestellt wird. Sie fühlen sich bedroht. Vielleicht fühlen sie sich und ihr Weltbild angegriffen, weil wir andere Werte und Überzeugungen haben als sie. Doch irgendwann kommt der Punkt, da wird akzeptiert was wir tun.

Doch bis dahin ist es ein weiter Weg voller Skepsis und destruktiver Kritik, wie die Beispiele am Anfang dieses Artikels zeigen. Und meistens hilft diese Kritik nicht, sondern führt zu Selbstzweifeln. Sie entmutigt, gerade am Anfang, wenn auch für die HeartHorseJourney Schüler alles noch neu ist und sie unsicher sind bei dem was sie umsetzen.

Also, was kannst du tun, wenn du Kritikern gegenüberstehst? Wenn sie dir entmutigende Kritik entgegenwerfen und dich damit vielleicht sogar sehr verletzen?

Kritik kommt

Kritik kommt in jedem Fall. Egal was du machst, es wird immer jemanden geben, der dich oder das was du tust kritisieren wird. Der einzige Weg um nicht kritisiert zu werden, ist nichts zu tun, nichts zu sagen und nichts zu sein. Akzeptiere den Umstand, dass es immer Kritik geben kann.

Mach dir bewusst, dass Kritiker in ihrer eigenen Welt leben. Eine Welt, die geprägt durch das ist, was sie in ihrem Leben gelernt und erlebt haben. Und durch diese Augen sehen sie dich und das was du machst und es ist ihnen fremd. Sie verstehen es nicht und vielleicht greift es ihr Weltbild an. Mit diesem Wissen im Hinterkopf fällt es leichter, sich nicht angegriffen zu fühlen.

Schenk dir selbst Anerkennung – such sie nicht im Außen

Was andere Menschen von dir und deinem Tun halten oder darüber sagen, ist deren Sache. Und egal ob es Lob oder Kritik ist, beides sollte dir nicht wichtig sein. Natürlich freust du dich, wenn dich jemand für das was du machst lobt und es toll findet. Doch indem du dem eine hohe Bedeutung gibst, machst du dich verletzbar. Denn was ist, wenn dieser jemand dich nun plötzlich kritisiert? Dann fühlst du dich schlecht. Du strebst nach Anerkennung von außen für das was du machst.

Schau in dein Inneres. Kannst du dir selbst Anerkennung schenken? Denn das ist viel wertvoller und wichtiger als die Anerkennung im Außen zu suchen. In der HeartHorseJourney geht es nicht um Erfolg oder Misserfolg. sondern darum, für das Pferd einen Unterschied zu machen. Einen friedvollen, bewussten und respektvollen Weg zu gehen und eine Verbindung aufzubauen. Das ist alles was zählt.

Bedeutsam ist nur etwas, dem du Bedeutung schenkst

Destruktive Kritik wird nur dann bedeutsam, wenn du ihr Bedeutung schenkst. Du bestimmst selbst, wie Kritik auf dich wirkt. Natürlich kannst du dir tage- und wochenlang den Kopf darüber zerbrechen was wer wann gesagt hat. Allerdings führt das nur dazu, dass es dir schlecht geht. Und glaub mir, ich weiß wovon ich da schreibe, denn mir ging es genau so.

Kritik

 

Ich habe mir Kritik total zu Herzen genommen, mich und mein Tun in Frage gestellt. Doch das hat letztlich nur dazu geführt, dass es mir schlecht ging. Weil ich mich dazu entschieden hatte. Heute kann ich Dank der Tipps die ich dir hier gebe sehr gut mit Kritik umgehen. Es ist Entscheidungs- (und Übungs-)sache. Du entscheidest, ob dich die Kritik aus den Socken haut und dazu bringt, lieber das zu tun, was alle anderen tun, auch wenn das nicht das ist was du willst. Oder du entscheidest dich dafür, dass die destruktive Kritik keinen Einfluss auf dich haben wird und du weiterhin glücklich deinen Weg verfolgst.

Mitgefühl, statt Hass

Begegne Kritikern, die dir Hass und Wut entgegen bringen mit Mitgefühl. Sie selbst haben oft nur wenig Selbstbewusstsein und einen großen Schmerz, den sie in die Welt hinaustragen müssen. Denn das ist ihr Antrieb. Sie werden geleitet von Ängsten, selbst auferlegten Grenzen und Frust. Versuchen, die Welt um sie herum kleinzuhalten, um sich selbst besser zu fühlen. Geben das weiter, was bisher ihr eigenes Leben beherrscht oder beherrscht hat. Begegne diesem Hass nicht selbst mit Hass, denn dadurch wird es nur noch schlimmer. Begegne diesen Menschen mit Liebe und Mitgefühl, doch lass dich nicht dazu verleiten dich für das was du tust zu rechtfertigen. Und versuch auch nicht, diese Kritiker von dem was du machst zu überzeugen, denn sie sind nicht an dem Punkt, wo sie dir zuhören oder dich verstehen können.

Kritik lässt Kritiker intelligenter wirken

Kritiker die beleidigen, wollen meist nur Aufmerksamkeit oder intelligenter wirken als du. Und das ist auch nicht schwer, denn gerade am Anfang dieses neuen Weges wirst du auf verschiedene Schwierigkeiten stoßen, Probleme nicht sofort lösen können und unsicher sein und auch mal an dir zweifeln. Das kann alles passieren. Und das wirkt für diese Art von Kritiker wie ein Bestätigung und das Startsignal, auf dir herumzutrampeln. Sei dir aber bewusst, dass diese Kritik nicht dazu da ist um dir zu helfen, sondern um dich klein zu halten und dir angebliche Intelligenz des Kritikers zu unterstreichen.

Aber weißt du was? Kritik äußern ist einfacher, als sich etwas Neuem zu stellen. Du hast jedes Recht dazu, dass am Anfang nicht alles super einfach ist und du auch mal Entscheidungen triffst, die dich herausfordern und an Grenzen bringen. Versuche diese Menschen nicht von deinem Weg zu überzeugen. Denn sie werden dir sowieso nicht zuhören. Und sie versuchen ja auch schon mit ihrer Kritik dich von ihrem eigenen Weg zu überzeugen. Die beste Reaktion darauf ist einfach nicht zu reagieren.

Nimmst du das Geschenk an?

Wenn ein Kritiker dir ein Geschenk gibt – du nimmst es aber nicht an. Wem gehört dann dieses Geschenk? Richtig. Dem Kritiker. Dann ist der Kritiker der Einzige, der mit der destruktiven Kritik (das Geschenk) unglücklich wird. Er hat sich letztendlich selbst verletzt. Weil die Kritik an dir abprallt. Zugegeben, dafür braucht es Übung. Aber am Ende triffst du die Wahl, ob du das Geschenk annimmst oder nicht.

Dein Account – deine Regeln

Deine Accounts und Konten auf den verschiedenen Social Media Seiten darfst du als dein Wohnzimmer betrachten. Dort kannst du dich mit Gleichgesinnten austauschen, deine Überzeugungen teilen und andere Menschen an deinem Weg teilhaben lassen. Aber du musst nicht zulassen, dass andere dich in deinem Wohnzimmer beleidigen, ihre Überzeugungen verbreiten, deine Freunde oder dein Leben kritisieren oder sich über dich lustig machen. Natürlich bin ich ein Freund davon eine friedliche Lösung zu finden aber wenn die nicht hilft, dann hast du das Recht diese Menschen und ihre Kommentare aus deinem Wohnzimmer zu schmeißen.

Verbinde dich mit Gleichgesinnten

Schließe dich mit Gleichgesinnten zusammen. Umgib dich mit Menschen, die die gleichen Werte und Überzeugungen teilen wie du. Zum Beispiel in der Herzenspferdreise Facebook-Community. Dort herrscht ein respektvoller und friedlicher Umgangston und du kannst dich diesen Menschen öffnen ohne Angst davor haben zu müssen, ausgelacht oder angefeindet zu werden. Dank dem Internet wird es so möglich, dass wir uns auch verbinden, wenn wir an ganz unterschiedlichen Orten leben. Und wir freuen uns, wenn du Teil unserer Community wirst ?.

 

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2 Comments on “Umgang mit destruktiver Kritik”

  1. Hallo Sonja das war eine sehr schöne Zusammenfassung von dem, was auch gerade in meinem Kopf so stattfindet, Zu überlegen, wie ich mit diesen Feindseligkeiten, die sehr unterschwellig sind, umgehen soll. Ich danke Dir für Deine Worte! Du hast den Artikel sehr schön geschrieben.
    Manchmal, bin ich leicht vom Weg abgekommen, manchmal hab ich mich und mein Tun in Frage gestellt, manchmal war ich kurz davor aufzugeben, alles hin zu werfen und dachte: „Du bist wohl doch unfähig!“ Bis ich merkte, dass es vielleicht Neid ist? Das es Angst ist? Das ich Konkurrenz bin? Ich sah nur die Kritik an mir, und nur selten was mir meine Pferde sagten! Sehr traurig… ja… aber jetzt bleib ich an meinem Weg dran und verbinde mich gerne mit Menschen, die ähnlich denken und fühlen wie ich!
    Ich bin kein Trainer im üblichen Sinne, niemand der Dogmen auferlegt, niemand der verlangt das zu machen was ich sage, mein Weg ist es, bewusste Zeit mit dem Pferd und sich selbst zu verbringen, zuzuhören wenn das Pferd was zu sagen hat, es ausreden lassen, es Ja und Nein sagen zu lassen zu fühlen, was wir brauchen, beim Reiten wie am Boden.

    Der Text ist nun länger geworden als ich wollte, na ja, vielleicht liest Du ihn und vielleicht schreibst Du zurück?

    Liebe Grüße Mercedes aus dem Schleierhexenwald ?

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar. Wie schön, dass du jetzt deinen Weg gehen kannst, ohne dich selbst klein zu halten weil du die Kritik so sehr an dich ran lässt <3
      Viele liebe Grüße, Sonja

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