Wichtige Gedanken vor dem Pferdekauf

Sonja BurgemeisterAllgemeine Themen, UncategorizedLeave a Comment

Der Pferdekauf ist für viele die Erfüllung eines langersehnten Traums. Doch wie schnell dieser Traum zerplatzen kann, habe ich in den letzten 18 Jahren immer wieder (auch selbst) erleben müssen. Die romantische Vorstellung frei und losgelassen von allem mit dem Pferd friedlich durchs Gelände zu streifen, erfüllt sich oftmals nicht. Der Grund: Die Voraussetzungen passen nicht. Damit dein Start mit deinem neuen Pferd gut gelingt, möchte ich dir ein paar Anregungen mit auf den Weg geben.

Keine Kompromisse was die Haltung angeht

Natürlich ist es wichtig, dass dein Pferd gut zu dir passt. Es gibt Pferde, mit denen wird dir alles ziemlich leicht fallen, weil ihr auf einer Wellenlänge unterwegs seid. Doch es kann es auch Pferde geben, die dich vielleicht sehr ansprechen aber im Miteinander kommt es immer wieder zu Reibungen. Eben weil ihr (zumindest momentan) eigentlich nicht auf einer Wellenlänge seid. Vielleicht hast du auch ein Pferd gefunden, welches aus schlechter Haltung kommt und mit dem Menschen keine guten Erfahrungen gemacht hat. Bei beiden Pferden musst du dich darauf einstellen, dass es 1. länger dauern kann bis es sich mit dir verbindet und 2. kann es mindestens mental eine anstrengende Zeit werden. Schließlich willst du ja, dass dein Pferd genau so strahlt, wie du es dir gewünscht hast und willst es nicht mit gewissen Methoden dazu zwingen alles mit dir mitzumachen.

Unterschätz diesen Aspekt nicht, denn viele haben schon gedacht sie schaffen es aber waren dann doch nicht bereit dazu, ihre Bedürfnisse und Wünsche zurückzustecken und sich die Zeit zu nehmen, die das Pferd brauchte: Sei ruhig ehrlich zu dir, denn ihr habt beide nichts davon, wenn ihr euch nach kurzer Zeit schon wieder trennen müsst.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Haltung. Pferde brauchen viel Platz für freie Bewegungsmöglichkeiten, Sozialkontakt zu anderen Pferden, sehr gutes Futter und Wasser. Der Ort den du für das Leben deines Pferdes auswählst, ist entscheidend für sein Wohlbefinden, ja sogar für seine Gesundheit und für euer Miteinander. Da Abstriche zu machen für die eigenen Bedürfnisse, ist dem Pferd gegenüber unfair. Denn es ist dir und deinen Entscheidungen ausgeliefert und abhängig davon, wo es sein Leben verbringen muss. Denk daran, dass du nur wenige Stunden am Tag mit deinem Pferd verbringst, dein Pferd aber den ganzen Tag dort verbringen muss. Umso besser es ihm geht, desto ausgelasteter es durch das Leben selbst ist, desto entspannter kann dein Pferd mit dir zusammen sein. Sei hier wirklich kritisch. Dann ersparst du dir und vor allem deinem Pferd Umzüge.

Pferde sind Dauerfresser

Ein Pferd ist ein Dauerfresser und sein Verdauungstrakt ist genau dafür ausgelegt. Deswegen sollte 24 Stunden am Tag freier Zugang zu qualitativ einwandfreiem Heu gewährleistet sein. Dazu gehört im Ausgleich viel Platz auf einer großen Fläche zur freien Bewegung. Am Besten inklusive Bewegungsanreize, denn es bringt ja nichts wenn die Fläche riesig ist aber dein Pferd überhaupt keinen Grund dafür sieht, zum Beispiel von der Heuraufe wegzugehen. Idealerweise ist es eine Fläche mit diversen Gräsern, Kräutern, Büschen, Sträuchern und Bäumen, die dein Pferd nicht nur optimal beschäftigen, sondern auch mit allerlei Nährstoffen versorgen.

Gut ist auch, wenn es verschiedene Bodenbeläge und ein Hufbecken oder eine Wasserstelle gibt, damit die Hufe deines Pferdes beansprucht und auch gepflegt werden. Das verbessert (vorausgesetzt die Hufbearbeitung ist gut) den Hufmechanismus und verbessert den Stoffwechsel. Natürlich sollte dein Pferd auch Artgenossen haben, je nach Fläche eine kleinere oder größere Anzahl von Pferden, die gut zueinander passen sollten. Ställe mit wenig Platz, vielen Pferden, wenig Futter, langen Fresspausen solltest du deinem Pferd zuliebe nicht aufsuchen. Denn dort ist die Gefahr groß, dass dein Pferd krank und ihr beide unglücklich werdet.

Werde zum Experten für dein Pferd

Werde zum Experten für dein Pferd. Ja, das meine ich tatsächlich so. Egal ob Hufe, Futter, Sattel etc. Das ist die Basis für dein gesundes Pferd und es ist wichtig, dass du darüber Bescheid weißt, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Verlass dich nicht auf Experten und Menschen, die aus deinem Blickwinkel mehr Erfahrung haben. Hör es dir an, hinterfrag es aber oder überprüf das zumindest. Selbst ein Abschluss als zum Beispiel Schmied oder Sattler garantieren keine gute Arbeit. Leider. Dasselbe gilt für Sattler, Osteopathen, Physiotherapeuten und so weiter.

Es gibt überall absolut kompetente Fachleute, doch eben auch genau das Gegenteil. Wichtig ist immer, dass sie sich auf dich und dein Pferd einstellen und freundlich sind. Pferde zeigen ganz genau an, wann sie mit einem Menschen Probleme haben. Ich sehe das bei meinen Pferden. Sind die Menschen einfühlsam und freundlich, ist alles gut. Kommt jemand daher der meint die Pferde müssen gehorchen, geht nichts mehr und beide Pferde machen nicht mit. Schau also auf jeden Fall, wie dein Pferd reagiert. Und hab auch keine Angst davor einen Termin abzubrechen, wenn diese Fachperson dein Pferd unmöglich behandelt. Denn das hat mit Kompetenz nichts zu tun und hilft weder dir, noch deinem Pferd.

Mach dir bewusst, welches Gepäck du mit dir trägst

Pferde reagieren auf ihr Umfeld. An ihrem Verhalten kann man ablesen, wie ihr Umfeld war und ist. Innerhalb von wenigen Monaten ist das Verhalten zum größten Teil auf sein aktuelles Umfeld zurückzuführen. Schon vor dem Pferdekauf kannst du schauen, welche Themen, ich nenne sie Gepäck, du mit dir herum trägst. Denn das wird euer Zusammensein beeinflussen. Umso mehr du über dich im Vorfeld weißt, desto besser kannst du Rückschlüsse auf das Verhalten deines Pferdes ziehen. Du lehnst zum Beispiel Teile deiner Persönlichkeit ab? Das kann dazu führen, dass sich dein Pferd von dir abwendet. Du hast einen kleinen Kontrollzwang? Pferde die großer Kontrolle ausgesetzt sind können übergriffig werden oder verlieren Selbstbewusstsein. Das sind Möglichkeiten, die von vielen Faktoren abhängen.

Ich möchte dir damit auch keine Angst machen, sondern sensibel für dieses Thema. Behalte das im Hinterkopf und arbeite Stück für Stück an diesen Themen. Das wird sich nicht nur positiv auf eure Beziehung, sondern auf dein ganzes Leben auswirken. Dein Pferd ist dein Spiegel auf eurem Weg.

Das Beste kommt zum Schluss

Das Beste und Wichtigste zum Schluss: Hab Spaß mit deinem Pferd. Mach die Zeit mit deinem Pferd schön für euch beide. Es geht nicht darum andere zu beeindrucken oder dass das Pferd wie ein Roboter funktioniert, sondern dass ihr beiden einen richtig guten Draht zueinander habt. Achte auf dein Pferd, beobachte es bei dem was du mit ihm unternimmst und erlaube ihm und dir auch einfach mal nur zusammen zu sein. Die Zeit zu genießen. Und umso besser es deinem Pferd geht, desto besser wird es dir gehen.

Ich wünsche dir ganz viel Freude mit deinem Pferd. Und wenn du mal Inspiration und Tipps brauchst, dann schau wieder vorbei! ?

Deine Sonja?

 

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